Herren 1: Last-Minute-Drama: Dezimierte SG Tübingen zeigt Moral und holt Heimsieg
Die SG Tübingen hat sich in einem hochspannenden Landesliga-Duell zwei enorm wichtige Punkte gesichert. Gegen den Tabellennachbarn HSG Bargau/Bettringen setzte sich die SG am Samstagabend vor heimischem Publikum mit 23:22 durch – trotz stark ausgedünntem Kader und einer nervenaufreibenden Schlussphase. Am Ende waren es Wille, Zusammenhalt und der letzte Funken Energie, die den knappen Heimsieg möglich machten.
Von Beginn an war spürbar, dass sich die SG viel vorgenommen hatte. Trotz zahlreicher Ausfälle übernahm Tübingen früh die Initiative und ging schnell in Führung. Mit konsequentem Angriffsspiel und einer aufmerksamen Defensive gelang es, die Gäste zunächst auf Distanz zu halten.Nach 13 Minuten gelang es der SG, sich durch eine Trefferserie von Michel Bodenbach erstmals auf 8:3 abzusetzen. In einer zunehmend zerfahrenen Phase mit mehreren Siebenmetern und Zeitstrafen blieb die SG ruhig und fand immer wieder Lösungen. Zur Halbzeit stand eine vielversprechende und verdiente 12:8-Führung auf der Anzeigetafel.
Auch nach dem Seitenwechsel konnte sich die SG nicht entscheidend absetzen. Tübingen stemmte sich mit viel Einsatz gegen die körperlich präsenten Gäste, verteilte im Angriff die Verantwortung auf mehrere Schultern und hielt das Tempo hoch. In dieser Phase war es vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit, die die SG im Spiel hielt. Trotz schwindender Kräfte blieb die Defensive kompakt, während im Angriff immer wieder wichtige Treffer erzielt wurden. Einen echten Sahnetag erwischte unser Schlussmann Clemens Diehl, der einen maßgeblichen Anteil am Erfolg der Unistädter hatte.
In den letzten zehn Minuten entwickelte sich ein echtes Handball-Drama. Tübingen erspielte sich einen – so könnte man meinen – recht komfortablen Vorsprung, doch die HSG Bargau/Bettringen hatte die Partie noch nicht abgeschrieben. Mit einer offensiven Abwehr seitens der Roten Löwen schlichen sich technische Fehler in den Schlussminuten bei der SG Tübingen ein. Es fehlte die gewisse Abgeklärtheit, wodurch Bargau/Bettringen noch einmal gefährlich herankam.Kurz vor Schluss wurde es noch einmal brenzlig, ein Foul der SG Tübingen resultierte glücklicherweise lediglich in einer 2-Minuten-Strafe ohne 7-Meter-Strafstoß. Der Schlusspfiff sorgte schließlich für große Erleichterung und lautstarken Jubel in der Halle.
Der Sieg war ein starkes Zeichen der Mannschaft. Trotz dezimierten Kaders zeigte die SG Tübingen enorme Moral, kämpfte über 60 Minuten geschlossen und belohnte sich für einen leidenschaftlichen Auftritt. Nächste Woche geht es auswärts gegen den nächsten Tabellennachbarn ran, den SV Remshalden 2.
Es spielten und trafen: Diehl und Roth (beide im Tor), Schmitt (4), Wohlbold (2), Pfisterer, Höfler (3), Bodenbach (7), Mohr, Vogt (2), Wiltafsky, Berberich (4), Alber (1)
